Aktuelles

Editorial Dezember/Januar 2017/18

"Heute ist euch der Retter geboren worden,
in der Stadt Davids: Christus, der Herr!
Und an diesem Zeichen könnt ihr ihn erkennen: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, das liegt in Windeln gewickelt
in einer Futterkrippe." (Lukas 2,11-12)

Ein kleines Mädchen darf beim Krippenspiel den Engel spielen. Beim Heiligabend-Gottesdienst steht es im Engelskostüm am Rande und beobachtet gebannt, wie Maria und Josef kommen, was der Wirt tut und was die Hirten reden. Dann wird ihm gesagt: „Nun bist du dran!“ Ganz gefangen vom Wunder der Heiligen Nacht fragt es: „Soll ich gehen oder fliegen?“
Schön, wenn jemand so offen für Weihnachten ist! Wenn jemand zuschaut und hinhört, was da geschieht. Wenn sich jemand davon berühren lässt, dass Gott Mensch wird. Dass Jesus in das Dunkel der Welt kommt! Dass er zu seinem Geburtstag grade die einfachen Hirten einlädt. Das ist echt bewegend!
Leider sind wir so an diese Geschichte gewöhnt. Für uns hört sich das kaum noch geheimnisvoll oder beglückend an. Und wir können „Euch ist heute der Heiland geboren“ kaum noch für uns selbst hören. Das ist schade.

Vielleicht können wir an den Kindern noch etwas von dem Zauber sehen, den wir selbst einmal gespürt haben. Doch vor allem sollten wir wieder ganz neu hinhören, was das Neue, das Spektakuläre, das Himmlische an Weihnachten ist!

Die Hirten haben etwas ganz Besonderes erlebt: Sie sahen und hörten die Engel. Viel wichtiger jedoch war natürlich die Botschaft der Engel. Doch was sie den Hirten versprachen und was sie fanden, das war gar nicht gewaltig! Ja, es war nicht einmal besonders, sondern nur ein Baby in einer Futterkrippe. Für uns hört sich das weihnachtlich-nett an, aber es war gewöhnlich, ärmlich, und auch damals schon erbärmlich.

Der Grund für die Freude der Hirten war, dass sie es annahmen, was über dieses Kind gesagt war. Sie akzeptierten es als die Erfüllung der großen Verheißungen. Sie störten sich nicht an dem Widerspruch von „Baby“ und „Retter“. Sie nahmen es an und waren bereit zu warten. Sie gaben der Hoffnung sofort Raum, weil Gott angefangen hatte zu handeln. Obwohl alles beim Alten blieb, waren die Hirten ermutigt, belebt und voll Freude, denn ihr Retter war geboren!

„Heute ist euch der Retter geboren.“ Als Information ist das für uns langweilig. Als Appell ist das heute kraftlos. Doch wenn wir das, was wir sehen und hören – Jesus Christus, der Retter der Welt – wenn wir es so annehmen, es akzeptieren, wenn wir warten können, dann ist es große Freude. Es reicht zu wissen, dass Gott angefangen hat zu handeln. Es reicht zu sehen, dass Jesus die Liebe und Rettung ist, die Gott versprochen hat! Was könnte nicht alles passieren, wenn wir dem Raum gäben? Man wüsste gar nicht mehr, ob man gehen oder fliegen soll!

Christian Pestel

Brauchen wir eine Wiedervereinigung der Kirchen?

So fragte die „Bild“ kurz vor dem 500.Reformationstag. 5 Theologen und Journalisten kamen zu Wort und das Ergebnis war durchaus geteilt. Kardinal Marx (kath. Kirche) war dafür, Margot Käßmann (ev.Kirche) wegen der Männerdominanz in der katholischen Kirche zur Zeit noch dagegen.

Schade, dass kein freikirchlicher Theologe zu Wort kam. Da wirkt wohl noch die alte Ordnung des „Augsburger Religionsfriedens“ (1555) nach, die nur zwei legitime Kirchen zuließ, die alle anderen als Sekten bekämpfte und die im Bewusstsein der Leute noch immer lebendig ist. Doch ich äußere mich mal ungebeten. „Braucht es eine Wiedervereinigung der Kirchen?“ Schließlich hat Jesus gesagt: „Vater, ich bitte, dass sie alle eins sind.“ …

Aus freikirchlicher Sicht ist eine sichtbare, organisatorische und institutionelle Einheit der Kirchen a) nicht möglich, b) nicht ratsam und c) auch nicht notwendig.

a) Sie ist nicht möglich, da wir dafür Kernelemente unserer Identität ablegen müssten – oder andere Kirchen ihre. So sind katholische Lehren unvereinbar mit freikirchlichen Überzeugungen, etwa Papsttum, Sakramente, Heiligenverehrung und Ablasswesen. Für uns sind nicht Papst und Konzile normativ, sondern die Bibel allein, bedarf das durch Jesus erwirkte Heil keine Vermittler (Maria…) und darf man nicht zu Heiligen beten bzw. sie anrufen.

b) Sie ist nicht ratsam, da wir dafür unsere Berufung aufgeben müssten – oder andere Kirchen ihre. So versteht sich die ev. Kirche als pluralistische Volkskirche, die alle einbezieht und dafür einige Lehren relativiert (Bibel als Wort Gottes, der Sühnetod von Jesus, Jesu Auferstehung, Ethik …). Freikirchen verstehen sich hingegen als Bekenntniskirchen, die Jesus als einzigen Weg zum Heil bezeugen und einladen zur Umkehr und dem schmalen Weg der Nachfolge.

c) Sie erscheint uns auch gar nicht nötig. Das Eins-Sein, das Jesus meint, ist keine Organisation, sondern das Zu-Jesus-Gehören, die gemeinsame Nachfolge und die Liebe untereinander. Unser Leitbild ist nicht die Großkirche, sondern die vom Geist Gottes geleitete Kirche – eins durch Jesus als Haupt, eins durch den gemeinsamen Glauben, eins durch die Liebe untereinander. Und das geht über alle Konfessionsgrenzen hinweg! Gott sei Dank!

Theologisch und historisch ist die organisatorische Einheit der Kirchen also kein Anliegen der Freikirchen. Die vertrauensvolle und geistliche Zusammenarbeit zwischen den Kirchen aber, sie ist den Freikirchen sehr wichtig! Johann Gerhard Oncken, der Begründer der deutschen Baptisten, war schon 1846 an der Gründung der Ev. Allianz in London beteiligt, der ersten ökumenischen Arbeit überhaupt – ehe viele andere überhaupt an Ökumene interessiert waren! Der geschwisterliche Umgang und die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen, sie ist ein Herzensanliegen der Freikirchen! Und darum freuen wir uns sehr über die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Weinheim, in der „versöhnte Verschiedenheit“ zum Ausdruck kommt, gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen und Zusammenarbeit - im Gebet, ökumenischen Gottesdiensten, der „Waldwoche“ für Kinder und der Hospizarbeit. In der gemeinsamen Asylarbeit mit der katholischen Kirchen lernen wir so viel Gutes über einander und vertreten unseren gemeinsamen Glauben in der Stadt! Viel besser als eine oberflächliche Vereinheitlichung ist doch einander wertzuschätzen, voneinander zu lernen und einander als Katholiken, Evangelische und Freikirchler zum ihrem eigenen So-Sein zu ermutigen!

Christian Pestel

Friendly Fire by Worthaus

Es erfordert heute schon Mut hier als Christ zu leben. Applaus bekommt man dafür schon lange nicht mehr, eher schiefe Blicke am unteren Ende der nach oben offenen Diskriminierungs-Skala. Der säkulare Wind bläst den Christen gehörig ins Gesicht.

Da ist es wohltuend, wenn Christen in ihrem Glauben gefestigt werden. Das ist das Ansinnen von „Worthaus“, einer Initiative von Prof. Siegfried Zimmer. Sie will einen neuen Blick auf die Bibel öffnen, „mit allen Mitteln des Verstandes, der Wissenschaft und des Herzens…. Die Bibel von dem Menschen aus Nazareth her zum Leuchten zu bringen, ist dabei das leitende Prinzip“ heißt es so schön auf der Homepage.

Worthaus, das sind intelligente Vorträge, die einen modernen, freundlichen Glauben anbieten. Auf Veranstaltungen in Kirchen, Freikirchen und bei „Freakstock“, aber auch durch eine gute Internet-Mediathek, erreicht Worthaus ein breites Publikum.

Doch die Vorträge sind nicht so unvoreingenommen, wie sie behaupten. Es geht ihnen darum, den „bibeltreuen“ oder „evangelikalen“ Glauben durch die historisch-kritische Forschung zu hinterfragen und als Sackgasse aufzuzeigen. So stehen die Worthaus-Vorträge für folgende Thesen:

• Nichts ist gültig, weil es in der Bibel steht, sondern nur was kritischer Rückfrage standhält. (Vortrag 2.4.1.; 13:50 min)
• „Gott braucht zur Vergebung der Sünden keinen Tod Jesu“. (2.4.1.; 59:00 min)
• Jesus ist nicht leiblich auferstanden. Das Grab war voll. (2.3.3; 1h,1:00 Min)
• „Die Unterschiede zwischen Mann und Frau sind nicht naturgegeben, sondern Ergebnis einer kulturellen Entwicklungsgeschichte.“ (6.6.2. 1h, 17,25 min)

Nichts daran ist neu. In der Theologenausbildung ist das schon lange der Standard. In vielen - oft ziemlich leeren - Kirchen wird so gepredigt. Neu aber ist, dass es an konservative Christen adressiert ist und ihre relevanten Themen angesprochen werden (Bibel, Jesus, Sexualethik…). Und obwohl sie ständig angegriffen werden – und als „dümmlich“, „engstirnig“ „bibelverkorkst“ oder „rechthaberisch“ bezeichnet werden – hat Worthaus hier wachsenden Zuspruch (Man stelle sich vor, ich würde hier über Inhaltliche Fragen hinaus so über liberale Theologie oder Christen reden!). Die Frommen finden bei Worthaus in schweren Fragen eine willkommene Entlastung.

Mit dem Kanu auf der Lahn

Der Sommer war fast vorbei, da haben wir es noch einmal gewagt: Mit Kanu und Zelten waren wir auf der Lahn unterwegs und wir haben es draußen noch mal so richtig genossen! Mit Paddeln, Singen am Lagerfeuer und Zelten war alles dabei, was dazu gehört! Wir, das waren 8 Teenies aus Gemeindeunterricht und Teen-Club und dazu 4 Mitarbeiter.

Habt ihr gewusst, dass Deutschlands einziger Schiffstunnel an der Lahn ist? Wir haben ihn befahren! Und habt ihr gewusst, dass die Lahn durch Schleusen schiffbar ist, obwohl es dort gar keine Berufsschiffahrt mehr gibt? Wir haben sie selbstständig bedient! Und so gab es viel Spannendes! Die Lahn selbst war einfach zu meistern. Oft konnten wir uns einfach nur treiben lassen. Dann haben wir gefuttert - Möhren und Äpfel, Knoppers und Schokolade. Manchmal haben wir aber auch Tempo gemacht wie die Weltmeister, und das 4er-Kanu mit den Mädchen war meist vorneweg! Und auch Jesus war dabei: Morgens hatten wir eine kurze Andacht und abends gab es noch einen Bibel-Impuls und wir haben gesungen. Warum sind Glauben und Gemeinde eigentlich nicht öfters wie ein Fluss, den man befährt, wie eine gemeinsame Reise, ein Abenteuer, ein Gaudi mit Tiefgang? Wir sollten das einfach mal versuchen!

Christian Pestel

Weinheimer Mittagstisch 2018

In der Zeit vom 22.1. bis 28.1.2018 sind wir als Gemeinde Gastgeber für den „Weinheimer Mittagstisch“.

Eine Woche lang wollen wir bedürftige Menschen mit Frühstück, Mittagsessen und Vespertüten versorgen.

Wer in dieser Woche Zeit hat sich nützlich zu machen und mithelfen möchte, kann sich bei Irmgard Aberle melden.

Wichtig:
Der Eröffnungs-Gottesdienst findet am 7.1.2018 bei uns statt.
Beginn 10:00 Uhr.

Vielen Dank!
Renate Kohn

#GROSSBAUSTELLE

Wer am letzten Wochenende an der Baptistengemeinde Weinheim vorbeigefahren ist, dem ist bestimmt aufgefallen, dass dort irgendetwas los war. Mit 45.000 sehr stabilen Holzbausteinen wurde vom 10. bis 12. November eine Großbaustelle in der Gemeinde eröffnet. 40 Kinder von 8 bis 13 Jahren bauten fleißig kreative Gebäude. Außerdem konnten sie ihre Fähigkeiten als Spezialreporter zum Besten geben, denn Rita Redeschwall brauchte Hilfe bei ihrem Artikel über den Tempel in Jerusalem. Es wurde nachgelesen, recherchiert und nachgedacht. Die Kinder haben viele Geschichten über Jesu Verbindung zum Tempel gehört und unter anderem den Tempel mit den Bausteinen nachgebaut. Zwischen Spielen, Liedern, Theaterstücken und gemeinsamen Andachten hatten die Kinder immer Zeit, um an ihren Kunstwerken weiterzubauen. Die Gebäude wurden immer höher, immer ausgeklügelter und immer kreativer. Für die Kinder war dieses Wochenende eine perfekte Chance, sich kreativ auszuleben.

Nach der Einführung am Freitagnachmittag begannen bereits die ersten Gebäude zu wachsen und den ganzen Samstag wurde weitergebaut. Am Sonntagvormittag gab es dann in einem Familiengottesdienst die Möglichkeit zur Besichtigung aller Gebäude, die dann im Anschluss von den Bauarbeitern eingestürzt wurden. Besonders beeindruckend war der Einsturz des 2,80m hohen Turms, den alle Kinder zusammen gebaut haben. Es war eine tolle Erfahrung und ich persönlich bin froh, dabei gewesen zu sein.

Janna Schmidt-Bäumler

Gedanken zum Monatsspruch für Oktober

"Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder,
der Buße tut." (Lk 15,10 )

„Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ ist der Titel eines bekannten Horrorfilms, der auch in anderen Zusammenhängen immer wieder zitiert wurde (und noch wird!). Es geht dabei nie um unabsichtliche Fehltritte, sondern um bewusstes Vertuschen von Dingen, von denen man genau weiß, dass sie schlecht waren. Im Film endet eine Partynacht für zwei junge Paare grauenhaft, und sie möchten nie wieder davon sprechen. Wir selbst assoziieren Vertuschung oft mit Steuerhinterziehung, Spendenaffären, Bestechung und Co.

Doch nicht nur in der Politik werden Dinge unter den Tisch gekehrt. Haben wir nicht alle schon einmal erlebt, dass wir einen Fehler begangen haben und anschließend hofften, dass es niemand bemerkt? Haben wir nicht alle Fehltritte verschwiegen oder „unschöne“ Details in Berichten einfach weggelassen? Oder darauf gehofft, dass bald Gras über eine Sache wächst?

Wenn ich gesündigt habe, macht mir ein Satz wie „Ich weiß, was du letzten Samstag getan hast“ zu allererst Angst, denn es ist meine natürliche Reaktion, dass ich nicht möchte, dass meine Sünde ans Tageslicht kommt. Es ist nicht einfach, zu seinen Fehlern zu stehen. Scham und verschiedenste Ängste wollen mich dazu bringen, meine Sünde zu vertuschen. Doch meine Verfehlungen zu verbergen macht weder die Vergangenheit besser noch ebnet es einen gottgefälligen Weg für die Zukunft. Niemand profitiert davon, wenn ich ein scheinheiliges Bild von mir selbst aufrecht erhalte.

Der Monatsspruch für Oktober ermutigt mich darin, zu meiner Sünde zu stehen – zuerst vor mir selbst, und dann auch vor Gott und seinen Engeln. Der erste Schritt zur Buße besteht darin, überhaupt anzuerkennen, dass es einer Umkehr bedarf. Wenn ich an diesem Punkt angelangt bin, kann ich mit Gottes Vergebung neu beginnen und von diesem Punkt aus anders weiterleben. Ich kann mich neu auf Gott ausrichten. Und das ist es, worüber seine Engel jubeln.

Ich muss mir in diesem Zusammenhang auch stets vor Augen führen, dass unser Gott gern vergibt und uns unsere Sünden nicht auf ewig vorhält. Er freut sich über jeden, der zu ihm umkehrt. Ich muss keine Scheu haben, meine Sünden zu bekennen, denn er freut sich über meine positive Veränderung und im Himmel steigt eine Party.

Katharina Peteani

Infos

Unsere Adresse:
Waidallee 2, 69469 Weinheim
06201 469923

So finden Sie uns

Gottesdienste: (Fast) immer sonntags um 10 Uhr

Editorial

„"Heute ist euch der Retter geboren worden, in der Stadt Davids: Christus, der Herr! Und an diesem Zeichen könnt ihr ihn erkennen: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, das liegt in Windeln gewickelt in einer Futterkrippe." (Lukas 2,11-12)

Ein kleines Mädchen darf beim Krippenspiel den Engel spielen. Beim Heiligabend-Gottesdienst steht es im Engelskostüm am Rande und beobachtet gebannt, wie Maria und Josef kommen, Weiter...

Monatsspruch

"Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder,
der Buße tut." (Lk 15,10 )
„Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ ist der Titel eines bekannten Horrorfilms, der auch in anderen Zusammenhängen immer wieder zitiert wurde (und noch wird!). Weiter...