Der Ökumenische Rat der Kirchen und die Baptisten

29.03.2020

Jesus wollte, dass seine Nachfolger „alle eins“ sind (Joh 17,21). Das war sein Gebet an seinen Vater und der Wunsch für uns heute. Aus diesem Grunde können uns die anderen Christen und Kirchen nicht egal sein. „Um Jesu willen“ müssen wir die positive Zusammenarbeit suchen. Für uns als Einzelgemeinde hat das zwei Ebenen. Zum einen ist da die Beziehung zu Christen und Nachbargemeinden hier in Weinheim und Umgebung. Mit ihnen verbinden uns Freundschaften und Begegnungen und wir arbeiten mit ihnen zusammen, etwa im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen – kurz ACK. Einmal im Jahr feiern wir zusammen Gottesdienst, klären gemeinsame Anliegen (verkaufsoffene Sonntage, Nutzung der Friedhofskapelle, die Kirchen-Schilder an den Ortseingängen etc.). Und egal wie hoch man das Anliegen „Einheit“ oder „Ökumene“ hängt – entscheidend ist diese Ebene, das Verhalten Menschen gegenüber, unsere Rolle vor Ort.

 

Doch es gibt noch eine andere Ebene – die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen. Die Kirchen müssen national und international kooperieren und da geht es dann nicht mehr um Friedhofskapellen, sondern um theologische Fragen, um Klärung in Konflikten, um gemeinsame Verlautbarungen zu aktuellen Fragen. Ein Ort dafür ist der Ökumenische Rat der Kirchen – kurz ÖRK. In diesem arbeiten 350 Nationalkirchen mit, die eine halbe Milliarden Christen repräsentieren. Es sind orthodoxe, anglikanische und evangelische Kirchen, wobei zu letzteren all die zählen, die hierzulande „Freikirchen“ genannt werden, wie Mennoniten, Baptisten und Methodisten. Die katholische Kirche gehört nicht zum ÖRK, da sie sich selbst als die „eine, heilige, apostolische und katholische“ (=allgemeine) Kirche ansieht, die anderen aber nur als „kirchliche Gemeinschaften“. Über Sonderkonstruktionen jedoch arbeitet auch sie im ÖRK mit, so dass hier fast alle Kirchen beteiligt sind. 

 

Der Bund ev. freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R, zu dem auch wir zählen, gehört dem ÖRK zurzeit nicht an. Dafür gab es Gründe, wie eine politisch eher linke Agenda, die frühere Unterstützung von Freiheitskämpfen in Südafrika, Angola und Nicaragua, eine kritische Haltung zu Israel oder das Verhalten der orthodoxen Kirchen gegenüber den russischen Baptisten. Doch all das gehört auch überprüft und so steht die Frage im Raum, ob nicht auch unser Bund Mitglied im ÖRK werden sollte - wie es viele andere Baptistenbünde schon sind. Als kongregationalistische Kirche (die keinen Bischof und keine Synode hat, sondern die sich aus selbstständigen Ortsgemeinden zusammensetzt), muss das durch die jährliche Vollversammlung beschlossen werden, zu dem auch wir 2 Abgeordnete entsenden und mitentscheiden dürfen. Zur Vorbereitung dieser Entscheidung wird es ein Gemeindeforum geben, an dem wir über diese Frage beraten, um unseren Abgeordneten ggf. ein Votum mitzugeben – der Termin wird noch bekannt gegeben. Wir freuen uns über jeden, der Freude hat, mit über den Tellerrand hinauszuschauen größere Fragen nachzudenken!


Christian Pestel
 

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