Keine Arbeit mehr unter unerreichten Völkern - ein Kollateralschaden des Ukraine-Kriegs?

Die Menschen, die in Russland leben, nennt man Russen, oder?


Nun, nicht ganz. Nur gut 80 % der Einwohner sind Russen, damit dominiert diese Gruppe zwar in diesem Land, so wie auch die russische Sprache, aber Russland ist ganz offiziell ein Vielvölkerstaat, und etliche Minderheiten haben ihre eigene Republik innerhalb der russischen Föderation. Insgesamt sind es mehr als 100 einheimische Völker, die in Russland leben. Darunter sind etliche, die mehrheitlich einer nicht-christlichen Religion angehören – vor allem etliche muslimische Völker. Die Tataren zum Beispiel (8 Millionen) sind das größte überwiegend muslimische Volk Europas, mehr als Albaner oder Bosniaken. Es gibt aber auch buddhistische Völker, zum Beispiel die Kalmücken, oder, vor allem im Fernen Osten Russlands, auch überwiegend schamanistische Völker, zum Beispiel die Evenken.


Einige der kleineren Völker müssen als vom Evangelium unerreicht gelten (Definition: Es gibt keine selbständig lebensfähige Gemeinde, die in der Lage wäre, Landsleute zu erreichen).


In den letzten Jahren hatte es eine Menge erfreulicher Nachrichten gegeben - unter etlichen dieser Völker wurde durch Missionare eine Arbeit begonnen, und sie fing an, Frucht zu zeigen. Wir hatten den Eindruck, dass dort eine Tür aufgeht.


Aber sehr, sehr viele dieser Missionare waren Ukrainer (Ukraine ist eines der größten und wichtigsten Missionare aussendenden Länder Europas) - und die sind jetzt natürlich nicht mehr da. Ebenso sind ausländische Missionare aus anderen Ländern wegen der politischen Lage zurückgerufen worden. Im Moment sieht es so aus, als sei die Tür, die gerade einen Spalt aufgegangen war, krachend wieder ins Schloss gefallen.


Betet ihr mit, dass dieser Eindruck falsch ist und dass die Arbeit unter unerreichten Völkern in Russland bald weitergeht?


Dierk Evers


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