Update "Verschwörungstheorien"

Vor 10 Monaten bereits habe ich hier etwas über Verschwörungstheorien zu Corona geschrieben. Mir ging es darum, dass wir als Christen vor allem für die gute Nachricht von Jesus Christus stehen und uns nicht in dumpf-politische Auseinandersetzungen ziehen lassen. Ich denke, das ist uns bisher ganz gut gelungen.


Doch seitdem ist viel passiert und das Thema sieht heute anders aus. Die Gefahr durch Corona sind eine Belastung für alle; zudem gefährden die harten Maßnahmen dagegen auf Dauer den Frieden in der Gesellschaft. Was für viele bis vor Kurzem unvorstellbar war, das ist Wirklichkeit geworden:

- Seit einem Jahr gelten Maskenpflicht, Abstandgebot und Singverbot. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.

- Der Bundestag hat seine eigenen Kompetenzen massiv beschnitten bei einer „epidemischen Notlage nationaler Tragweite“. Er fällt in dieser Zeit als Kontrollinstanz weitgehend aus.

- Impfpflicht oder Impfausweis, die immer vehement verneint wurden, sind nun sehr real. Eine Spaltung in Menschen mit und ohne „Freiheitsprivilegien“ ist in Reichweite.


Dazu kommt die Rolle der Medien, das undemokratische „Framing“ kritischer Beiträge oder die massiven Folgen der Maßnahmen für Kinder und psychisch kranke Menschen. Auch abseits der organisierten Kritiker gibt es also Entwicklungen, die wir als Demokraten mit Sorge beobachten müssen.


Ein Gemeindebrief ist natürlich nicht der Ort, um das zu diskutieren oder gar eine Sicht nahezulegen. Doch er ist sehr wohl der Ort, um zu fragen, wie wir uns als Gemeinde in diesem Umfeld verhalten und bewegen können. Und da sollten wir uns neu auf unser Fundament stehen und dabei 2 Pole im Auge behalten:


Unser Fundament muss in all den Turbulenzen der Glaube an Jesus Christus sein. Und was das bedeutet, müssen wir in jedem Gottesdienst, in jedem Hauskreis und in den persönlichen Gesprächen konkret machen. Das ist unsere Freude und Message in dieser Zeit, wie ich es vor 10 Monaten geschrieben habe: „In der kommenden Krise – und wir müssen wohl mit Insolvenzen, Massenarbeitslosigkeit und sozialen Unruhen rechnen, da kommt es auf das Evangelium von Jesus Christus an! Da müssen wir als Christen glaubwürdig und konstruktiv zu hören sein.“


Aber von dort aus müssen wir auch 2 Pole im Blick behalten:

1) Die Unterstützung des Staates, seiner Gesetze und Institutionen. Jesus, Paulus und Petrus lassen keinen Zweifel daran, dass dies die Haltung von uns Christen ist (Mt 22,21; Röm 13,1-7; 1.Petr 2,13-17). Und interessanterweise sagen sie dasüber einen – aus heutiger Sicht – Unrechtsstaat mit Diktatur und Ausbeutung, Willkür und Rassismus! Erst recht gilt das für uns in Gesellschaft und Staat, ist das die christliche Haltung heute!

2) Das unbeirrte Eintreten für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Eine fortgesetzte Einschränkung elementarer Freiheiten, ein Umdefinieren von Grundrechten in „Freiheitsprivilegien“, eine Aushöhlung der parlamentarischen Demokratie, ein heimlicher und ideologischer Umbau der Gesellschaft (z.B. das Buch „The Great Reset“ von Klaus Schwab, das ich gerade lese), das muss uns besorgen. Auch hierzu muss unsere Stimme mutig und kritisch zu hören sein!


Wie werden wir aus dieser Krise herauskommen – auch als Gemeinde? Werden wir aufeinander geachtet haben, so dass diejenigen, die sich zurückhalten sagen: „Wie gut, dass sich die anderen schon wieder treffen können!“ – und die, die unbesorgter sind, sagen: „Lasst uns die achten und sie mit hineinnehmen, die sich noch zurückhalten müssen!“? Werden wir neu zu der Berufung Gottes in dieser Zeit gefunden haben - so dass wir als „Licht in der Welt“ Hoffnung verbreitet und als „Salz der Erde“ auch gepikst und gereinigt haben? Viel hängt daran, wie wir das für uns entscheiden.

Christian Pestel


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