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Einige respektable Sünden (Teil 1)

03.08.2019

Als ich anfing, psychische Erkrankungen zu studieren, geschah mir etwas was sehr häufig unter den Studienanfängern ist; ich dachte, ich leide mehr oder weniger stark unter fast allen Krankheiten, die im Studium behandelt wurden. Etwas Ähnliches geschah mir, als ich ein Buch mit dem Titel "Respectable Sins" von Jerry Bridges las. 


Im Gegensatz zu psychischen Erkrankungen gibt es keine Abstufung der Sünde in Bezug auf ihre Wertigkeit hinsichtlich ihrer Schwere, oder zumindest ist es das, wofür wir reformierten Christen stehen. Die katholische Lehre unterscheidet zwischen Todsünden (Gier, Völlerei, Stolz, Lust, Wut, Faulheit und Neid) und Fahrlässigkeit oder mangelnder Nachfolge Christi. Meiner Meinung nach stellt alles, was mich von IHM trennt, eine Verfehlung dar, unabhängig deren Ursprungs, Intensität, Verlaufs und Folgen.

 

Nachdem ich das Buch gelesen hatte, wurde mir klar, dass die auffälligsten sündigen Verhaltensweisen, mit denen wir täglich zu tun haben (im Allgemeinen alle, die wahrscheinlich von der Taille abwärts begangen werden), sofort unsere spirituellen Alarme aktivieren und daher von unserer Seite leichter be- und verurteilt werden.

 

Ich habe jedoch auch festgestellt, dass es eine gewisse Toleranz für bestimmte Verhaltensweisen gibt, die an sich ebenso frevelhaft sind, die wir aber durch Heuchelei, Trost, persönliche Unsicherheit, Bequemlichkeit, Feigheit und so weiter verbergen, entschuldigen oder rechtfertigen. 

 

Zu diesen letzten "kleinen Sünden" oder Fehlern in der Nachfolge Christi gehören die von der Zunge begangenen Vergehen. Klassifiziert von den scheinbar geringeren wie Klatsch, Gerüchten, Verleumdung und Kritik zu den schwerwiegenderen wie Lüge, üble Nachrede und Rufmord (die beiden letzteren verstoßen nicht nur gegen die Gebote des Gesetzes Gottes sondern auch gegen die weltlichen Gesetze). 

 

In diesem ersten Teil der Serie liegt der Schwerpunkt im Klatsch und Tratsch. Beide stellen einige dieser "leichten" und "respektablen" Alltagssünden dar und bestehen im Wesentlichen in der Verbreitung willkürlicher Informationen über jemanden, unabhängig davon, ob er ein Bruder oder Schwester im Glauben ist oder nicht, und ungeachtet davon, ob der Inhalt des Klatsches wahr ist oder nicht. Manchmal auch gut getarnt als konstruktive Kritik, manchmal als Sorge um eine bestimmte persönliche Situation. Ich denke, wir alle wissen ganz genau, was damit gemeint ist.

 

Klatsch und Tratsch sind in unserer Gesellschaft so tief verwurzelt, dass es ein Millionengeschäft für das Fernsehen und die Klatschpresse ist.  Diese Sünden sind für uns attraktiv und schmeicheln uns , weil sie unser Ego nähren, insbesondere wenn die Informationen negativ sind, weil wir uns dadurch gerechter, frommer und besser fühlen als andere. Die Wahrheit ist, dass wir alle wissen, dass die Folgen sowohl für den Betroffene des Gerüchtes als auch für die Gemeinde selbst verheerend sein können. Für den Einzelnen, der es erleidet, weil die Wiederherstellung eines moralischen Schadens sehr kompliziert ist, und für die Gemeinde, weil es sicherlich zu Meinungsverschiedenheiten und Konfrontationen führen wird.

 

Die Bibel enthält zahlreiche Verse zu diesem Thema wie Sprüche 4:24; 10:32; 11:13, 14:23; 15:4 und 18:3; Psalm 120:2; Lukas 6:45; Matthäus 18:15; Römer 1:28-32, etc. Die Folgen sind klar, wenn wir die Verbreiter der Lügen sind: 
 Der Herr Jesus sagte, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden werden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts (Matthäus 12,36), und der Apostel Paulus in Epheser 4,29 weist uns an, dass: "Kein faules Wort komme aus eurem Mund, sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gebe!“.

 

Aber was passiert, wenn wir passiv vor jemandem stehen, der schlecht redet oder verleumdet, d.h. einfach nur als Zuhörer verharren? Was ist angebracht in einer Situation, in der jemand damit beginnt in unserer Gegenwart falsche Informationen und Gerüchte über einen anderen zu verbreiten? Meiner Meinung nach werden wir, wenn wir nicht in der Lage sind, den negativen Strom von Kommentaren zu stoppen, Komplizen dessen, der ihn verbreitet, und ebenso mitverantwortlich für die Folgen. Manchmal wird eben der Vormarsch des Bösen durch das Schweigen der Gerechten unterstützt.

 

Eine meiner Methoden gegen die Versuchung Gerüchte zu verbreiten ist es, die betroffene Person für eine lange Zeit an die Spitze meiner Gebete zu stellen. Dieser einfache Akt provoziert eine Veränderung meiner persönlichen Einstellung der Person gegenüber und hält mich davon ab, schlecht über sie zu sprechen (Psychologen nennen das kognitive Rekonditionierung). 

 

Auf der anderen Seite versuche ich, direkt und offen zu sein, wenn jemand mit Klatsch zu mir kommt, obwohl ich gestehen muss, dass es manchmal sehr unangenehm ist. In diesen Fällen genügt in der Regel ein einfaches "Es ist nicht richtig, schlecht über X zu sprechen" oder "Ich stimme dem, was du da sagst, nicht zu." oder aber "Warum gehst du nicht direkt zu X und kommst stattdessen damit zu mir?“.

 

Hast du jemals über deine Strategien gegen Klatsch und Tratsch nachgedacht? 

 

Wie immer stehen wir zu Ihrer Verfügung, wenn etwas, das mit all dem zu tun hat, Sie anspricht, betrifft oder beunruhigt.

 

Bendiciones.

Mercedes Narros Fernández
 

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