Corona als Chance

Corona ist sicher nicht in erster Linie Chance und Segen, sondern zunächst einmal eine lebensbedrohliche Krankheit, eine weltweite Pandemie, eine wirtschaftliche Katastrophe für Länder, Branchen, Familien und viele Einzelne, sowie ein schmerzhafter Einschnitt in unser aller Leben. Das mit der Chance darf einem also nicht leicht von den Lippen gehen, um nicht die Leidtragenden zu verhöhnen. Und dennoch steckt in dieser Zeit eine Chance, eine Chance auch für uns als Christen.

Was aber soll die Chance für uns sein, wo doch „soziale Distanz“ unser Kernanliegen als Gemeinde berührt und oft sogar unmöglich macht und gemacht hat? Stichwortartig würde ich sie so benennen: Die Corona-Krise …

… ist für uns ein Innovationsschub: Wir haben neue Medien und Veranstaltungs-Formate erlernt – und über unsere Online-Gottesdienste und -Medien kann man sich nur freuen!

… hat die Rolle der Hauskreise gestärkt: In Zeiten ohne große Veranstaltungen, sind die Netzwerke der Hauskreise für uns überlebensnotwendig geworden. Auch ohne Gottesdienste blieb eingebunden, wer zu einer Kleingruppe gehört!

… hat neue Beziehungen in der Gemeinde gebracht: Viele haben in dieser Zeit mit anderen Leuten zu tun gehabt, statt nach dem Gottesdienst mit immer den Gleichen zu sprechen.

… hat aufgedeckt, wieviel Liebe und Engagement zwischen Gemeindegliedern ist: Besuche, Hilfe zum Einkaufen, Telefonate, Krankenbesuche…

… hat uns als Gemeinde eine neue Reichweite gebracht: Die Online-Angebote wurden von viel mehr Menschen wahrgenommen. Beim Open-Air-Gottesdienst waren wir viel öffentlicher und sichtbarer, als wenn wir drinnen gefeiert hätten.

… lässt Menschen in der Gesellschaft neu danach fragen, was der Halt ihres Lebens ist, lässt sie die leeren Versprechungen des Materialismus erkennen und neu nach Gott fragen.

… hat die Schirm-Aktion zu etwas ganz Besonderem gemacht: Als Krise und Zukunftsängste in der Luft lagen, konnten wir frisch und bunt auftreten und Jesus ins Bewusstsein bringen.

… hat neue Talente zum Vorschein gebracht: Schmittie als Video-Künstler, Uwe als Regisseur, Kurt als Dichter, die halbe Gemeinde als fantastischer Chor... und, und, und...

…lässt uns dankbar sein für unser Gemeindehaus: Immerhin haben mit Abstand 60 Personen Platz, und es gibt genug Fenster zum Lüften; andere sind da weitaus eingeschränkter.

… lässt uns erleben, dass Gott uns über Bitten und Verstehen finanziell versorgt!

Es ist ganz bewegend zu sehen, dass wir trotz Krise und Zukunftsängsten keine finanzielle Not haben.

… und, und, und.

Keine Frage: Die Corona-Pandemie ist eine gravierende Einschränkung und eine echte Gefährdung für unsere Arbeit. Kein Mensch weiß, wie wir als Gemeinde aus dieser Zeit herauskommen, ob wir Geschwister verloren haben, ob die Mitarbeiter noch mitmachen… Und dennoch ist diese Zeit eine Chance und es ist gut, wenn wir das sehen. Gott handelt jetzt, er gebraucht uns in dieser Zeit, er gibt uns Ressourcen und Initiative für dies und das, er hilft uns, neu auf sein Wort zu achten und das Evangelium von Jesus Christus zu lieben. Daran sollten wir uns freuen und gespannt sein, was Gott als nächstes unter uns tut - und durch uns in Weinheim.

Christian Pestel

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