„Alles wird gut“

Trotz der Behauptung mancher, das Leben des Christen sei wie ein Rosenfeld, gibt uns die Bibel zahlreiche gegenläufige Beispiele; man braucht nur den berühmten "Weg des Glaubens" (Hebräer 11) zu lesen, um sich davon zu überzeugen.


Natürlich gibt es im Leben schöne Momente des Glanzes und der vollkommenen Freude, und Gott wünscht sich das für uns, aber es gibt auch Widrigkeiten. Schmerzen, Leiden, Ängste, Ungewissheit usw. gehören ebenso zu unserem Dasein, wie die des überzeugten Agnostikers und werden es auch bleiben, bis das Reich Gottes in seiner Fülle vollendet ist.


Auch wenn das Thema im VIP-Christentum nicht sehr populär ist, war sich Jesus selbst sehr wohl bewusst, was wir in dieser gefallenen Welt durchmachen müssen („ In der Welt habt ihr Angst;“ Joh. 16:33) und was er selbst erleiden würde („Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern den und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden..." Luk. 9:22).


Hat man dir etwas anderes erzählt? Wenn ja, bist du belogen worden, selbst wenn es von einer Kanzel aus geschah. Auf der Grundlage der Bibel etwas anderes zu glauben - ohne natürlich vorzugeben, eine Theologie des Leidens zu sein - ist völlig häretisch.


Wenn wir also von der Unvermeidlichkeit des Leidens ausgehen, sollten wir als Nachfolger Christi, wenn wir mit dem Leid konfrontiert werden, eine ganz andere Haltung einnehmen als die anderen; eine Haltung, die uns zu der vollen Gewissheit führt, dass "alles gut werden wird". Vielleicht klingt dieser Ausdruck wie ein Slogan der billigen Hoffnung, aber ihr werdet sehen, dass dies nicht der Fall ist.


Bereits im 14. Jahrhundert schrieb Juliana von Norwich, die ihrer Zeit voraus war, über dieses "alles wird gut". Sie sagte, dass diese Überzeugung für uns aus einem blinden Glauben an die unendliche Liebe Gottes, an seine warme, liebevolle und liebenswerte Vaterschaft in der Person Jesu und uns selbst gegenüber entstehen muss. Diese Gewissheit, auch wenn sie unser Leiden nicht beseitigen wird, sollte zum grundlegenden Kriterium werden, um jede Situation in unserem Leben zu analysieren und ihr mit Gelassenheit zu begegnen.


Das volle Vertrauen in die Liebe Gottes sollte jeden von uns so weit durchdringen, dass es zu einer Lebenshaltung wird, die uns die Angst nimmt („Euer Herz erschrecke nicht!" Joh. 14:1) und es uns ermöglicht, die Liebe Gottes in ihrer ganzen Fülle zu sehen und die uns gelassen vor dem Leben versichert. Das ist so, weil wir in Gottes Händen sind, eingetaucht in seine Liebe, von der uns weder Pandemien noch die Gegenwart noch die Zukunft noch soziopathische Tyrannen noch Krieg noch absolutes NICHTS, nicht einmal der Tod, von ihm trennen können (Röm. 8:38-39). Niemand kann uns aus der Hand unseres Jesus, unseres guten Hirten, reißen (Joh. 10:27-28).


Gott, unser allmächtiger Vater, hat uns von seinem Gnadenthron aus auserwählt, ihm zu gehören. Er kennt den Ausgang eines jeden Wettkampfs in dieser Welt, so kompliziert er auch sein mag, noch bevor er die Spieler erschaffen hat. Er ist das "Mögliche", dass "alles gut wird" für dich und mich. Christus wird uns zu mehr als nur Bezwingern des Spiels die Paulus Worte aus Philipper 4:13: „Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus“.


Deshalb möchte ich dich ermutigen, dich an einem innigen Glauben zu erfreuen und unseren himmlischen Vater, in dessen Liebe wir ausruhen und unsere Seelen erfrischen können, besser kennenzulernen. Tauche ein in die Bibel, bewahre Ruhe und Gelassenheit angesichts von Widrigkeiten, und sei dir bewusst, dass Gott immer bei dir ist!


Am Ende werden wir sehen, dass, nachdem wir durch finsteren Schlucht wandern und uns an der Hand Jesus festhalten, alles gut wird, so wie er es uns versprochen hat.



Gott behüte dich!


Mercedes Narros Fernández


Diakonat Seelsorge und Gebet

(Peter Borchert/Mercedes Narros Fernández/Brigitte Brechtel)

Übersetzung: Harald Weimann


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