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Ein Sack voll Geld

Die Schwester meines Kollegen Colin ist engagiert in einer kleinen Gemeinde in London, und dieser Gemeinde ging es gar nicht gut. Sie liegt in einem eher, nun ja, gemischten Viertel, die wohlhabenderen und Ruhe liebenden Gemeindemitglieder waren weggezogen, und der Gemeinde ging das Geld aus. Sie konnten keinen Pastor mehr bezahlen, und dadurch schrumpfte sie noch mehr. Dann konnte sie sich die nötigen Reparaturen an dem alten Gebäude nicht mehr leisten, und die Realisten in der Gemeinde fingen an, laut über die Option nachzudenken, die Gemeinde aufzulösen.

 

So war die Lage, als besagte Schwester meines Kollegen eines Morgens auf dem Grundstück der Gemeinde direkt bei der Eingangstür zum Gemeindebüro einen prall vollen Einkaufbeutel gefunden hat. Sie hat vorsichtig in den Beutel geschaut – und ist erst einmal zurückgeprallt. Der Beutel war voll mit Bargeld. Colin hat nicht rausgelassen, wie viel es war, aber es muss eine wirklich gewaltige Summe gewesen sein. Sie hat sofort die Polizei angerufen. Die Polizisten haben sich den Beutel und die Lage genau angesehen und dann vermutet, dass es sich um Drogengeld handelt – da war wohl ein Drogengeschäft gestört worden oder sonst schief gegangen, und die Leute haben den Beutel mit Geld zurückgelassen und waren auch aus irgendeinem Grund nicht in der Lage, ihn noch im Laufe der Nacht zu suchen und wieder an sich zu nehmen.

 

Die Polizei hat das Geld in Verwahrung genommen und die vorgeschriebene Zahl an Monaten gewartet, ob die rechtmäßigen Besitzer gefunden werden können. Als das nicht der Fall war, wurde das Geld der Gemeinde zugesprochen, auf deren Grundstück der Beutel ja lag.

 

Das war vor ein paar Monaten, die Schäden am Gebäude sind repariert, ein Pastor ist eingestellt, und die Gemeinde hat angefangen, langsam, aber stetig zu wachsen!

 

Dierk Evers

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