Gebetsgruppen in China

Anfang Januar hat ein chinesischer Christ uns bei Operation World ganz beiläufig – es ging eigentlich um das Thema „Asiaten für die Weltmission gewinnen“ – von einer Entwicklung aus China erzählt.


Verfolgung und Druck nehmen in der Volksrepublik China ja dramatisch zu, und es wird immer schwieriger für die Christen, Gemeinschaft zu haben. Dass die rabiaten Lockdown-Maßnahmen im Rahmen der Pandemie die Treffen von Christen nicht gerade erleichtern, kommt noch hinzu.


Im Frühjahr 2020 hat eine Initiative begonnen, dass Christen sich täglich zum Online-Gebet treffen. Sie sind in „Kleingruppen“ von jeweils rund 200 Personen eingeteilt und nutzen das chinesische Äquivalent zum dort verbotenen Zoom.


Die Initiative war ursprünglich für 100 Tage geplant und die Initiatoren waren sich sicher, dass nach dieser Zeit eine Art „Zoom-Müdigkeit“ einsetzt. Als sie aber nach den 100 Tagen angekündigt haben, dass die Zeit jetzt abgelaufen sei, kam energischer Protest der Teilnehmer – fast alle wollten unbedingt weitermachen. Sie haben abstimmen lassen, ob man es auf 100 Wochen ausdehnen wolle, aber auch das wurde klar abgelehnt, statt dessen gab es eine überwältigende Mehrheit dafür, dieses tägliche Gebet auf 100 Jahre (im Ernst!) zu planen.


Sie beten übrigens nicht nur für persönliche Anliegen oder ihre lokalen Gemeinden oder für ihr Land, sondern ganz bewusst und systematisch auch für die ganze Welt – also auch für uns Christen in Deutschland.


Dierk Evers


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