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Das Mädchen aus Herrnhut

„Das Mädchen aus Herrnhut“ heißt das Buch, das ich dieses Mal hier vorstelle. Viele von uns lesen regelmäßig die Herrnhuter Losungen und jedes Jahr freuen wir uns über die wunderschöne Weihnachtsdekoration der Weinheimer Bahnhofstraße mit Licherketten und Herrnhuter Sternen. Da ich hier seit langem keinen Roman empfohlen habe, fand ich diesen Titel passend für den aktuellen Gemeindebrief.

 

Zu Beginn gibt es eine kurze aber informative Einführung über den geschichtlichen Ursprung der Herrnhuter Gemeinschaft und eine Vorstellung von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, sowie seiner Frau Erdmuthe Dorothea Gräfin von Zinzendorf und Anna Nitschmann, die nach dem Tod der Gräfin seine zweite Ehefrau wurde.

 

Die erste Hälfte des Romans spielt in den den Jahren 1731/1732. Es geht in der Geschichte um Luise, ein junges Dienstmädchen, das seine Stellung verliert, aber in Herrnhut aufgenommen wird. Dort beginnt sie ein neues Leben, in das sie sich allerdings erst hineinfinden muss, denn vieles ist in Herrnhut anders als anderswo zu dieser Zeit. Alle Bewohner sprechen sich mit Schwester oder Bruder und mit Du an, Frauen werden genauso geachtet wie Männer, es werden im täglichen Miteinander keine Standesunterschiede gemacht und für jede und jeden wird eine Aufgabe gefunden, die zur Person passt.

Nachdem Luise sich eingelebt hat, verliert sie leider innerhalb kurzer Zeit ihr Augenlicht. Gleichzeitig geschehen rätselhafte und beängstigende Dinge, fremde Männer tauchen in der Gemeinschaft auf und scheinen nach etwas zu suchen…

 

Um diesen gesuchten Gegenstand geht es auch im zweiten Teil des Buches. Dort ist der Historiker Daniel Ritter ihm im Jahr 2007 auf der Spur. Es handelt sich um eine geschnitzte Holzfigur, dessen Spur bis ins Mittelalter zurückführt und von mysteriösen Todesfällen und seltsamen Verstrickungen gesäumt ist- bis hin in das direkte Umfeld des Historikers in der Gegenwart. Gemeinsam mit einer jungen Lehrerin versucht er das Geheimnis um diese Figur zu lüften.

 

Ähnelt die erste Hälfte des Buches eher einem historischen Roman, so kann man den zweiten Teil eher als Krimi bezeichnen, in dem es auch eine kleine Liebesgeschichte gibt. Sehr vielseitig also, spannend geschrieben, gut recherchiert, informativ und sehr unterhaltsam.

 

Auf gerth.de kann man sich bei Interesse ein umfassenderes Bild machen. Dort gibt es sowohl eine Leseprobe als auch verschiedene Leserstimmen.

 

Evelyn Schmidt-Bäumler

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