Nomaden

Nomaden sind Gruppen / Völker, die von Ort zu Ort ziehen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Man unterscheidet drei Arten nomadischer Völker:


• Jäger und Sammler, die auf der Suche nach Nahrung umherziehen. Zu Anfang der Menschheitsgeschichte war das einmal die häufigste Lebensweise, aber heute gibt es kaum noch Jäger und Sammler.

• Nomadische Hirten ziehen mit ihren Tieren auf der Suche nach Weideplätzen umher. Dazu gehören etliche Gruppen in der Sahel-Region Afrikas, aber auch Yak-Hirten in Tibet und Rentier-Hirten in Sibirien. Das größte überwiegend nomadisch lebende Volk der Erde sind die Fulbe (Fula, Fulani, Peul) in Westafrika, das bekannteste die Tuareg, ebenfalls in Westafrika. Diese Völker sind extrem von der Dürre der letzten Jahrzehnte betroffen. Wenn ihre Tiere sterben, ist ihre Lebensgrundlage weg. Gerade in Westafrika gibt es erhebliche Konflikte zwischen den nomadischen Hirten und den sesshaften Ackerbauern um die Landnutzung, und aus diesen Konflikten wird immer öfter Gewalt. Fast alle Fulani sind Muslime, die Ackerbauern sind oft Christen, aber den Konflikt nun als reinen Religionsstreit darzustellen, das greift doch zu kurz.

• Dienstleistung-Nomaden ziehen umher, um ihre Waren und Dienste anzubieten. Hier in Europa sind es meist Roma, in anderen Teilen der Welt andere Völker mit einer ähnlichen Lebensweise. Es gibt unter den Roma hier in Europa reisende Handwerker (Dachdecker, Scherenschleifer), aber auch die allermeisten der kleinen Familien-Zirkusbetriebe sind in Roma-Hand.


Es ist schwer, die Nomaden zu zählen, aber eine Schätzung von 30 bis 40 Millionen weltweit gilt als realistisch.


Gerade in den ärmeren Gegenden wie der Sahel-Region mit zu wenig funktionierenden Handy-Masten sind die Nomaden oft schwer zu erreichen - man weiß oft nicht, wo sie sich gerade aufhalten. Lasst uns beten, dass es mehr Arbeiter unter ihnen gibt, und dass mehr Jüngerschaftsprogramme entstehen, mit denen Christen aus diesen Völkern lernen, ihre eigenen Landsleute zu erreichen.


Nach einem Jahrhundert Missionsarbeit gibt es endlich einen zarten Beginn eines Durchbruchs unter den Fulbe. Es gibt einheimische Gemeinden und sogar eine Bibelschule. Lasst uns beten, dass diese Bewegung wächst.


Ein weiteres Anliegen ist, dass die Christen Frieden und gegenseitiges Verständnis zwischen den Nomaden und den sesshaften Menschen stiften können.


Gerade unter den Roma in Westeuropa hat es in den letzten Jahrzehnten großartige Erweckungen gegeben - der Anteil der gläubigen Christen unter ihnen ist hoch, und sie erzählen voller Begeisterung von Jesus - ein großer Grund zu danken. Aber es bleibt, dass sie kulturell weitgehend isoliert von den sesshaften Menschen um sie herum leben.


Dierk Evers


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